Sanierung Lackfabrik



Sanierung eines ehemaligen Lackfabrik-Standortes in Gronau


Auf dem rd. 4.500 m² großen Gelände einer ehemaligen Lackfabrik in innerstädtischer Lage von Gronau waren durch den unsachgemäßen Umgang mit Produktionsmitteln erhebliche Verunreinigungen des Bodens und des Grundwassers mit einkernigen alkylierten Aromaten (BTEX, Testbenzin), PAK, Chlornaphthalinen und weiteren Schadstoffen eingetreten. Nach der Insolvenz der Firma übernahmen der Kreis Borken und der Altlastensanierungs- und Altlastenaufbereitungsverband NRW (AAV) die Finanzierung der notwendigen Sanierung der Altlasten mit dem Ziel, auf dem Gelände eine Wohnbebauung zu ermöglichen.

Die Dr. Schleicher & Partner Ingenieurgesellschaft wurde vom AAV beauftragt, als Fachgutachter die erforderlichen Planungsschritte durchzuführen:  Sanierungsuntersuchung, Sanierungskonzeption und Machbarkeitsstudie, Sanierungsplan nach § 13 BBodSchG, Erstellen der Verdingungsunterlagen für die öffentliche Ausschreibung, Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan, Sanierungsüberwachung, Abschlussdokumentation des Sanierungserfolges.

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurde eine Kosten-Nutzen-Betrachtung für verschiedene Sanierungsszenarien durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass ein konventioneller Bodenaustausch im vorliegenden Fall die technisch und wirtschaftlich günstigste Sanierungsvariante darstellt.

Nach der öffentlichen Ausschreibung der Sanierungsarbeiten im März 2009 wurde die Maßnahme zwischen Mai und September 2009 durchgeführt. Auf rd. 1.500 m² erfolgte der Bodenaustausch flächenhaft bis 3,0 m Tiefe. In 2 Bereichen von je ca. 100 m² wurde der Boden bis 7,0 m Tiefe ausgehoben, so dass ein Verbau der Baugrube mit Stahlspundwänden notwendig war. Für den gesamten Bodenaustausch wurde der Grundwasserspiegels abgesenkt und  das Förderwasser über eine Grundwasserreinigungsanlage mit Aktiv-Kohle-Filtern abgereinigt. Wegen der angrenzenden Wohnbebauung sind vor und nach der Maßnahme umfangreiche Beweissicherungen an Gebäuden und Straßen sowie dem Baum- und Gehölzbestand im Umfeld der Maßnahme vorgenommen worden.

Aufgrund der Kontamination des Bodens mit überwiegend leichtflüchtigen Schadstoffen und der sensiblen Umfeldnutzung (Wohnbebauung, Grundschule) waren besondere Maßnahmen zum Emissionsschutz erforderlich. So wurden im Rahmen der Sanierungsüberwachung fortlaufende Schadstoffmessungen der Umgebungsluft mittels PID sowie quantitative Erschütterungsmessungen während des Spundwandeinbaus durchgeführt.

Für die Sanierung des Standortes wurden insgesamt ca. 7.500 t belasteter Boden ausgekoffert und rd. 60.000 m³ Grundwasser abgereinigt. Der kontaminierte Boden ist z. T. deponiert und z. T. einer Bodenbehandlungsanlage zur biologischen Reinigung zugeführt worden. Die Verfüllung der Baugruben erfolgte mit geogenem Füllsand.

Die gesamte Sanierungsmaßnahme wurde fortlaufend fachgutachterlich überwacht. Die analytischen Kontrollen belegen für alle Sanierungsbereiche die Einhaltung der Sanierungszielwerte und damit die erfolgreiche Sanierung des Standortes. Die gesamte Sanierungsmaßnahme konnte fristgerecht und innerhalb des veranschlagten Kostenrahmens von ca. 960.000 € abgewickelt werden.





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